Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Knieschmerzen – die Liste der Schmerzarten ist lang. Nichts erschwert den Alltag mehr als Schmerzen. Sie können pochen, pulsieren, dumpf oder stechend sein. Doch sie haben alle eine Gemeinsamkeit: Schmerz schützt und warnt uns vor Bedrohungen wie Verletzungen und Verschleiß (zumindest sollte er das).

Wahrscheinlich werden deshalb in unserer Wohlstands-Gesellschaft Schmerzen gerne verdrängt. Mit Pillen, Spritzen und OPs. Manch ein Marathonläufer nimmt sogar provisorisch eine Schmerztablette – aus Angst vorm Schmerz beim kilometerlangen Laufen.

Nimmst Du aber Deine Schmerzen nicht ernst und betäubst oder erträgst sie still, können aus akuten schon bald chronische Schmerzen werden. Damit das bei Dir nicht passiert, zeige ich Dir in diesem Artikel die besten Methoden, um dem Teufelskreislauf vorzubeugen oder ihn möglicherweise zu durchbrechen.

Schmerz ist ein unangenehmes und stark vom eigenen Befinden und Zustand abhängiges Gefühl, das auf aktuelle oder drohende Schäden im Körper hinweisen soll. Die Empfindung des Schmerzes ist damit ein lebenswichtiger Schutzfaktor. Sonst würden Kinder wohl ihre Hand für Stunden auf der Herdplatte lassen.Wichtig: Schmerzen sind IMMER die Reaktionsantwort auf etwas, dass Dein Gehirn als Bedrohung ansieht. Wenn Dein Gehirn also denkt (ob Dir bewusst oder nicht bewusst), dass Bücken beispielsweise schädlich ist, wirst Du Schmerzen dabei spüren. Wenn Du Dich zuvor beim Bücken einmal verletzt hattest, ist es außerdem möglich, dass Dein Gehirn sensibler auf Schmerzsignale reagiert oder ein Schmerzgedächtnis entwickelt hat und Schmerzen auslöst, obwohl gar keine Gewebeverletzung droht.

Schmerzen werden, so weiß man heute, durch physische (drohende Schädigung) und psychische (Angst, Schmerzgedächtnis etc.) Signale erzeugt..

Ein paar wenige Menschen mit Genmutationen fühlen jedoch tatsächlich keinen Schmerz. Ihr Leben ist geprägt von Knochenbrüchen, Wunden, Infektionen und es ist meist sehr kurz.

Denn Schmerz erzieht, insbesondere der akute Schmerz: Er warnt uns vor Gefahren wie scharfen oder heißen Gegenständen, ungesunder Körperhaltung und bringt uns sogar bei, wie man sich bewegt (und wie besser nicht). Macht man alles „richtig“, ist man nach kurzer Zeit in der Regel wieder schmerzfrei.

Anders ist das bei chronischen Schmerzen, also wenn dauerhaft etwas weh tut. Das kann passieren, wenn sich ein Schmerzgedächtnis gebildet hat (psychische Ursache) oder aufgrund einer ungesunden Lebensweise die Schmerzursache(n) weiterhin bestehen. Wer beispielsweise die meiste Zeit am Tag sitzt, wird fast zwangsläufig jeden Tag verspannte Muskeln sowie muskuläre Dysbalancen haben, die der Grund für chronische Schmerzen sein können. Aber auch dauerhafter Stress lässt Muskeln verhärten und Faszien verkleben. In Deutschland leiden etwa 12 bis 15 Millionen Menschen an länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen.

Ein Sonderfall stellt der seelische oder psychische Schmerz dar; beispielsweise nach einer Trennung oder bei Mobbing. Unterschiedliche Studien zeigen, dass hierbei die gleichen Hirnareale wie bei körperlichem Schmerz aktiviert werden.